Warum soll man sich die Mühe machen, über Medien zu reden?
Wir haben doch so viele davon, da ist doch sicher für jede/n etwas dabei – möchte man denken. Doch Medien bilden nicht einfach die Wirklichkeit ab, sondern sie konstituieren sie. Das heißt, sie stellen eine Realität her, die allerdings keine “wirkliche” ist. In diese “Realität” fließen Normen, Annahmen, Ideologien und Erwartungen ein. Das heißt, es gibt so viele verschiedene Realitäten wie Sichtweisen. Und weiters natürlich: Es macht sehr wohl einen Unterschied, welcher Realität ein Artikel/Post/Kommentar zuzuordnen ist. Weiters sind Medien ökonomischen Zwängen ausgesetzt. Das zeigt sich ganz einfach dadurch, dass sich Medien in immer stärkerem Ausmaß durch Werbeeinschaltungen finanzieren müssen. Beispiel Kosmetik: Können Sie sich in einem Lifestylemagazin, welches Werbung für Kosmetik enthält, einen kritischen Artikel zu dem Thema vorstellen? Die Unternehmen werden sich sicher davor hüten, dazu eine Werbung zu schalten. Bei vielen Medien ist auch zu beobachten, dass sie den kommerziellen Zeitgeist nicht nur stützen, sondern sogar noch forcieren. Sie sind dann nichts weiter als die Vororganisationen der Wirtschaft, bei denen es darum geht, uns Bedürfnisse einzupflanzen, die wir vorher nicht hatten. Und auf einmal will jeder schlank/straff/hübsch/jugendlich etc. sein, und das Beste daran: die Wirtschaft liefert die Lösungen! Und wir sollen uns einfach “glücklich kaufen”, um nach der “post-shopping frustration” gleich weiter zu shoppen. Das tun wir Frauen (und Männer) doch so gerne.
Deswegen sind im Sinne eines Empowerments unabhängige Medien von und für FeministInnen gefragt: damit wir uns über “unsere” Realität und alle damit verbundenen Themen austauschen können.
So einfach ist das.